Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Raho ist erst neun Jahre alt, sein kleiner Bruder Ranon gerade einmal acht. Beide wachsen unter schwierigen Bedingungen auf. Ihre Mutter verletzte sich im Februar 2025 bei der Arbeit schwer an einer Maschine und schnitt sich tief in die Finger. Inzwischen sind ihre Hände wieder verheilt, und sie ist nach Phnom Penh zurückgekehrt, um dort zu arbeiten. Sie lebt nun in der Stadt und sieht ihre Kinder nur noch sehr selten. Seit vielen Jahren trägt sie zudem einen grossen, auffälligen Buckel oder vielleicht ein Geschwür an ihrem Rücken mit sich herum – niemand weiss genau, was es ist. Sie selbst hat nur wenige Jahre die Schule besuchen können.

Der Vater hat die Familie bereits verlassen, als die Kinder noch sehr klein waren.

Seit der Covid-19-Pandemie hat sich das Leben in Siem Reap stark verändert. Wirtschaft und Tourismus sind stark eingebrochen und haben sich bis heute nur teilweise erholt. Viele Menschen verloren ihre Arbeit und mussten weite Wege auf sich nehmen, häufig bis nach Phnom Penh, um überhaupt irgendeine Einkommensquelle zu finden.

So leben die beiden Jungen nun bei ihrer etwa 70-jährigen Grossmutter, die sich zwar um sie kümmert, aber nur unzureichend. Die Kinder bekommen zwar etwas zu essen, doch es fehlt ihnen an wichtigen Nährstoffen – so sehr, dass sie im vergangenen Jahr kaum gewachsen sind.

Zu Hause müssen sie mithelfen, damit der Alltag irgendwie funktioniert.
Oft sind sie auf dem Feld oder auf der Strasse unterwegs, meist auf sich allein gestellt. In den umliegenden Reisfeldern suchen sie nach Fischen, Fröschen und allem, was sich sonst noch essen lässt.

Im letzten viermonatigen Schulzyklus unserer Schule waren sie nur rund 30 Tage anwesend. Dann blieben sie plötzlich weg – und auch eine öffentliche Schule besuchen sie, wie viele Kinder im Dorf, nicht.

Erst als Savet, ihre Lehrerin (s.Interview im letzten Newsletter), einen Cousin der Mutter kontaktierte, kam heraus, dass niemand wusste, warum die Jungen nicht mehr zur Schule gingen. Der Cousin bemerkte es schlicht nicht, weil er erst abends nach Hause kam, wenn alle bereits zu Hause waren. Savet bat ihn eindringlich, die Kinder wieder zur Schule zu schicken – für ihre Zukunft, für eine Chance auf etwas Besseres.

Und tatsächlich: Die Jungs sind nun wieder da. Sie kommen wieder regelmässig zum Unterricht.

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Raho und Ranon in der Schule

In vielen Familien des Dorfes ist das Bewusstsein für Bildung jedoch noch kaum verankert. Die Menschen leben von ihren Reisfeldern und Kühen, häufig in Armut oder mit sehr wenig Besitz. Viele glauben, dass Lernen und Schule für ein Leben auf den Feldern keine Bedeutung haben. Eine andere Zukunft für ihre Kinder können oder wollen sie sich oft nicht vorstellen. Für sie scheint das einfache Leben auf dem Reisfeld das bessere, das einzig denkbare Leben zu sein.

Genau für Kinder wie Raho und Ranon möchten wir ein Kinderhaus bauen.

Ein Ort, an dem sie geschützt aufwachsen dürfen – mit täglicher Schulbildung, nahrhaftem Essen und einem sicheren Dach über dem Kopf. Ein Ort, an dem sie betreut, gestärkt und liebevoll begleitet werden. Manche Kinder würden tagsüber bei uns sein und abends abgeholt werden, andere könnten ganz bei uns wohnen, wenn es ihre Situation erfordert.

Wir werden uns um ihre Gesundheit und Hygiene kümmern, sie fördern, sie ermutigen und sie beschützen – denn sie sind noch so klein, und sie verdienen eine echte Chance.

Bitte helfen Sie mit, damit wir bald mit dem Bau beginnen können.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches, erfülltes neues Jahr. 
Vielleicht sehen wir uns an der GV vom 13. März 2026 – hoffentlich bereits mit guten Neuigkeiten.

Brigitte

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