Ein Arztbesuch in Kambodscha

Mein momentaner Gesundheitszustand lässt mich über das Gesundheitssystem in Kambodscha nachdenken.
Es gibt zwar Krankenversicherungen, ähnlich wie bei uns, aber diese sind nur für Wohlhabende zugänglich. Für die Mehrheit der Bevölkerung ist es unerschwinglich, regelmäßig Versicherungsbeiträge zu zahlen. Das bedeutet, dass Arzt- oder Krankenhausbesuche direkt vor Ort und bar bezahlt werden müssen. 
Da diese Ausgaben im Haushaltsbudget vieler Familien nicht vorgesehen sind, wird medizinische Hilfe oft vermieden – mit tragischen Folgen, wenn der Zeitpunkt für eine rechtzeitige Behandlung verpasst wird.

Wenn jemand ins Krankenhaus muss, ist die ganze Familie für die Finanzierung des Aufenthalts verantwortlich. Oft wird das gesamte verfügbare Geld der Familie zusammengelegt. Darüber hinaus übernehmen die Angehörigen einen Teil der Pflege des Patienten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Familie vor dem Krankenhaus campiert, den Patienten abwechselnd pflegt und auf offenem Feuer kocht. Sobald der Patient transportfähig ist, wird er oft mit dem Motorrad oder einem Tuk-Tuk nach Hause gebracht, manchmal sogar mit einem Tropf an einem Holzstock. In den schwimmenden Dörfern habe ich sogar erlebt, dass der Transport per Boot erfolgte.

Meine eigenen Erfahrungen mit meinem „Barfuß-Doktor“ waren durchweg positiv. Zugegeben, ich litt nur an einem Virus mit starken Halsschmerzen, doch da ich meine Arbeit fortsetzen wollte, suchte ich ihn auf. Der Direktor der Schule übersetzte für mich, da der Arzt kein Englisch sprach. Er untersuchte mich gründlich – ähnlich wie man es in der Schweiz erwarten würde: Untersuchung von Hals und Ohren, Abtasten, Abhören, Abklopfen. 

Bei der Diagnose war er vorsichtig, ebenso bei der Medikation. Es war ihm besonders wichtig, mein Alter, mein Geschlecht und mein Gewicht zu berücksichtigen. Er öffnete mehrere Medikamentenpackungen und schnitt die jeweils benötigte Menge ab, genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Ich hatte volles Vertrauen in seine Behandlung und nahm die Medikamente genau nach seinen Anweisungen ein. Die Konsultation und die Medikamente kosteten mich 2,50 Dollar – eine kleine Summe für mich, aber genug, um ein kambodschanisches Kind einen Monat lang zur Schule zu schicken.

Diese Erfahrung verdeutlicht, wie wichtig Aufklärung und Gesundheitsvorsorge sind. Diese hängen eng mit Bildung zusammen. Neben der allgemeinen Bildung legen wir besonderen Wert auf Gesundheitsvorsorge. So organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen, um zum Beispiel die Zahnhygiene durch das Verteilen von Zahnbürsten zu verbessern. Auch das Thema „gesunde Ernährung“ wird in unserem neuesten Projekt behandelt. 

Möchtest du einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge an unserer Schule leisten? Wir freuen uns über deine Spende – sei es für Zahnbürsten oder unseren Mittagstisch.

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