Liebe Freunde von Komar Kiri
In den vergangenen Wochen hat sich bei unserem geplanten Kinderhaus eine Entwicklung ergeben, die uns deutlich vor Augen geführt hat, wie schnell sich Situationen verändern können.
Unser neues Kinderhaus war bereits fertiggestellt und sollte schon bald bezogen werden. Es entstand an unserem zweiten Standort in einem Dorf auf Gemeindeland. Gemeinsam mit dem damaligen stellvertretenden Dorfvorsteher hatten wir vereinbart, dass wir das Grundstück kostenlos für unser gemeinnütziges Projekt nutzen dürfen. Die Nähe zum kleinen Krankenhaus und zum Gemeindezentrum schien ideale Voraussetzungen für das Kinderhaus zu bieten.
Während der Bauphase kam es jedoch zu einem Wechsel in der Gemeindeleitung. Nach dem Tod des Bürgermeisters übernahm eine neue Leiterin das Amt. Zunächst unterstützte auch sie unser Projekt. Im weiteren Verlauf stellte sie jedoch neue Forderungen, die über die ursprüngliche Vereinbarung hinausgingen.
Zunächst beanspruchte sie einen der drei Räume des Kinderhauses für eigene Zwecke. Da sämtliche Räume für unsere Kinder und Mitarbeitenden vorgesehen sind, konnten wir dieser Forderung nicht zustimmen. Anschliessend wurde verlangt, dass wir zusätzlich ein separates Haus für die Gemeindeleitung errichten.
Es folgten intensive Verhandlungen, die unser Direktor vor Ort in enger Abstimmung mit unserem Vorstand führte. Für uns war dabei immer klar, dass wir keine Forderungen erfüllen können, die nicht mit unseren Grundsätzen und unserem gemeinnützigen Auftrag vereinbar sind.
Schliesslich erklärte die Gemeindeleitung die ursprüngliche Vereinbarung für ungültig, da sie vom damaligen stellvertretenden Dorfvorsteher und nicht von der neuen Leiterin unterzeichnet worden war. Auch alternative Lösungen – etwa der Kauf oder die Pacht des Grundstücks – wurden nicht akzeptiert. Die zusätzlichen Forderungen blieben bestehen.
Nach vielen Gesprächen mussten wir zunächst davon ausgehen, dass wir das Kinderhaus an diesem Standort nicht würden nutzen können. Die Situation war für alle Beteiligten sehr belastend. Unser Direktor erlitt infolge der langen Verhandlungen sogar einen gesundheitlichen Zusammenbruch und musste medizinisch behandelt werden.
Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende.
Die Ereignisse blieben in den umliegenden Dörfern nicht unbemerkt. Mehrere Dorfverantwortliche nahmen von sich aus Kontakt mit unserem Direktor auf und wollten erfahren, was tatsächlich geschehen war. Nachdem er den gesamten Ablauf offen geschildert hatte, entstand eine völlig neue Situation.
Die Verantwortlichen signalisierten uns ihre Unterstützung und brachten den Wunsch zum Ausdruck, künftig mit Komar Kiri zusammenzuarbeiten. Gemeinsam möchten sie nun einen neuen, rechtsgültigen Vertrag abschliessen, der von allen beteiligten Parteien unterzeichnet wird, auch von mir als Präsidentin von Komar Kiri.
Besonders gefreut hat uns die Haltung der Dorfverantwortlichen. Ihre einzige Bedingung für die Zusammenarbeit ist ein monatliches Treffen mit dem Direktor, bei dem offen, ehrlich und transparent miteinander gesprochen wird. Genau diese Werte prägen auch unsere Arbeit seit einigen Jahren.

Deshalb können wir euch heute mit grosser Freude mitteilen: Unser Traum vom Kinderhaus lebt weiter.
Die Eröffnung wird sich zwar um einige Monate verschieben, doch nach aktuellem Stand können wir das Kinderhaus wie geplant in Betrieb nehmen.
Ende September werde ich gemeinsam mit unserer Aktuarin Regula Sury nach Kambodscha reisen. Wenn alles wie vorgesehen verläuft, werden wir das Kinderhaus am 1. Oktober offiziell eröffnen dürfen.
Die vergangenen Wochen waren für uns ein Wechselbad der Gefühle. Sie haben uns aber auch gezeigt, wie wichtig Offenheit, Geduld und gegenseitiges Vertrauen sind. Manchmal braucht es Zeit, bis sich gute Lösungen entwickeln.
Wir danken euch herzlich für eure Unterstützung und euer Vertrauen. Ohne euch wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Wir freuen uns darauf, euch schon bald von der Eröffnung unseres Kinderhauses berichten zu dürfen.
Eure Brigitte
Spendenkonto
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